Kaffeesucht

Kaffee ist in unserer Gesellschaft fast so selbstverständlich wie das Mineralwasser und ist aus kaum einem Büro wegzudenken. Durch den regelmäßigen – und häufig auch übermäßigen Konsum von Kaffee kann sich eine Kaffeesucht einstellen, die man in Fachkreisen als Coffeinismus bezeichnet. Da das Wort Coffeinismus jedoch auch zur Bezeichnung von Koffein-Überdosen verwendet wird, soll in diesem Artikel lieber die Rede von Kaffeesucht sein. Wenn ein Mensch, der an Kaffeesucht leidet, keinen Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke oder Arzneimittel zuführt oder wenn die Koffeindosis nicht hoch genug ist (etwa bei Blümchenkaffee), stellen sich Entzugssymptome ein.

Die Kaffeesucht wird immer wieder verharmlost, ihre Existenz wird häufig dementiert und als Wehleidigkeit abgetan. Von der WHO wurde Koffein nicht als suchterzeugende Substanz anerkannt, obwohl Koffein – wie Nikotin – zu den Nervengiften zu rechnen ist und chemisch gesehen in die Gruppe der Alkaloide gehört. Wer an Kaffeesucht leidet und zu wenig Koffein zuführt, kann mit ernstzunehmenden Entzugssymptomen rechnen, die – je nach Ausprägung der Kaffeesucht und der vorherigen Koffeindosis verschieden schwer ausfallen können:

  • Müdigkeit und übermäßig langes Schlafen
  • vorübergehende leichte Depressionen bzw. starke Stimmungstiefs
  • Verstopfung oder Darmträgheit
  • Antriebslosigkeit – man kann sich zu nichts aufraffen
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen, Störungen der Denkfähigkeit
  • körperliche Erschöpfung

Diese Entzugssymptome können sich bis zu eine Woche lang halten und sind meist am dritten Tag des Koffeinentzugs am schlimmsten. Wer unter Kaffeesucht leidet und sich lediglich das Kaffeetrinken selbst abgewöhnen will, kann mit dem Kaffeetrinken aufhören und das Koffein anderweitig zuführen – etwa anhand von koffeinhaltigen Limonaden, Tee oder Energy Drinks. Die Entzugssymptome werden dann bei weitem nicht so stark sein wie bei dem plötzlichen kompletten Verzicht auf Koffein.

Kaffee-Sucht

Oft bringt ein Zufall die Kaffeesucht ans Licht

Viele Menschen bemerken erst bei einer Fastenkur oder bei einem durch medizinische Eingriffe bedingten Verzicht auf Kaffee, wie stark ihre Kaffeesucht ausgeprägt ist: Wer regelmäßig Kaffee konsumiert und plötzlich damit aufhört, wird Entzugssymptome bemerken, auch wenn er zuvor keine übermäßigen Kaffeemengen getrunken hat.

Zwar ist Kaffeesucht nicht vergleichbar mit Alkoholismus – wer nach erfolgreichem Koffeinentzug wieder Kaffee, koffeinhaltigen Tee etc. trinkt, wird sich nicht sofort wieder mitten in der aktiven Kaffeesucht befinden. Allerdings ist davon auszugehen, dass ein Großteil derjenigen, die den Verzicht auf Koffein nicht konsequent einhalten, früher oder später wieder in ihre alte Kaffeesucht verfällt. Angesichts der gesellschaftlichen Verbreitung des Kaffees ist ein völliger Verzicht schwer einzuhalten, vor allem dann, wenn man einmal süchtig nach dem Genuss von Kaffee war.

Lesen Sie auch den Artikel über Schokoholismus / den Schokoholic!

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann und will eine persönliche Untersuchung bei einem Arzt nicht ersetzen!

Bild 1: Petra Bork  / pixelio.de

Bild 2: Copyright Kryzhov – bigstockphoto.com